Händel-Mozart-Jugendstipendium 2022


Gestern kam der letzte Clip (räusper, räusper): bald seht ihr hier das Video!


Ida Albrecht (Thüringen), Philine Zoe Arnold (Sachsen-Anhalt) sowie Marie und Florentine Lehnert (Sachsen)

Die Stipendiatinnen Nr. 62, 63. 64 und 65 sind
Ida Albrecht aus Thüringen, Philine Zoe Arnold aus Sachsen-Anhalt
sowie Marie und Florentine Lehnert aus Leipzig.
Sie haben im Händel-Haus ihr exzellentes Können gezeigt.
Nun freuen sich alle 4 auf ihren Meisterkurs und eventuell sogar
auf das Zusatzstipendium, wenn sie ein Studium an einer Musikhochschule
beginnen.
Das renommierte Händel-Mozart-Stipendium feierte dieses Jahr überschattet
von Krieg und Pandemie sein 20jähriges Jubiläum.
Mäzene und Publikum waren sich einig: »Es ist wichtig, dass auch
in dieser schwierigen Zeit noch gezeigt wird, dass es Schönes in der Welt gibt!«
Sven Frotscher betonte: »In dieser hohen Leistungsklasse gibt es vielleicht
30 junge Leute in ganz Mitteldeutschland und wir sind froh, heute hier 
vier davon auszeichnen zu können!«
Die Stipendiatinnen wurden von ihren Lehrer:innen vorgestellt.
Oriol Plans-Casal über die Zwillinge: »Bei meiner Unterhaltung mit Florentine und Marie spürte ich sofort, wie gross ihre Liebe für das Klavier und wie stark ihr Wille ist. Manche fühlen sich von solchen Gesprächen  zu sehr kritisiert und können damit schwer umgehen. Marie und Florentine jedoch schauten mich die ganze Zeit mit glänzenden Augen an, ungeduldig und voller Optimismus. Sie wollten gleich loslegen und die Herausforderung annehmen und das, obwohl ich klarmachte, dass es nicht nur Spass bedeuten würde.«
Die Mäzene sind:
Roland Schimek vom MSG Waggonbau Ammendorf, der einer
der besten Lieferanten der Deutschen Bahn ist und regelmäßig die ICE der
DB wartet sowie der Plastisole GmbH, die europaweit Gummierungen für
Kronkorken und anderes liefert.
Stadtwerke Halle, die von der Leiterin Unternehmenskommunikation Antje
Prochnow vertreten wurde und die sich in diesem Jahr sogar für die
Zwillinge doppelt engagiert haben.
Sven Frotscher, Gründer und Stifter seit 20 Jahren.

Leonore Gremm berichtet ...

Mit den Austrian Master Classes nahm ich das erste Mal an einem internationalen, mehrtägigen Meisterkurs teil. Das brachte mir wirklich eine Reihe neuer Erfahrungen, Bekanntschaften und Erkenntnisse. Um ehrlich zu sein, überraschte mich neben dem wunderschönen Anwesen am meisten der fehlende Leistungsdruck. Im Gegensatz zu meinen gerade beendeten Abitur-und Konzertvorbereitungsphasen stand kein durchgetakteter Tagesplan oder ein fortschrittsprüfender Termin auf der Agenda. Ich habe genossen, jeden Tag neu zu gestalten, mir Zeit für technisches Arbeiten oder freies „Fideln“ nehmen zu können, und mich mit anderen Teilnehmer*innen über „Gott und die Welt“, also hauptsächlich Musik austauschen zu können. Der ausführliche und interessante Unterricht mit meiner Lehrerin Kim-Ozim, die Hospitationsmöglichkeiten bei anderen Lehrern und die zusätzlichen Kursangebote gaben mir einen neuen Einblick in das professionelle musikalische Arbeiten. Ich habe neue Herangehensweisen an das Üben gelernt und mich in meinem Studiumswunsch bestärkt gefühlt. Im Nachhinein erinnere ich mich vor Allem auch an das Miteinander, das miteinander Musizieren aller Anwesenden. Sei es im wortwörtlichen Sinne, zum Spaß im Ensemble oder auch nur nebeneinander in zwei unterschiedlichen Überäumen. 

Die Anregungen in den Kursen bei Frau Kim-Ozim, die Begegnungen und der Austausch mit den anderen Kursteilnehme*innen haben mich für meinen weiteren musikalischen Weg sehr motiviert und inspiriert. Ich möchte mich bei den Mäzenen für diese einzigartige Möglichkeit und Unterstützung herzlich bedanken.


In den Medien: audiovisuelle Beiträge

NEU: Bericht über das Zusatzstipendium

Alexandra Badstübner berichtet …


Sehr geehrter Herr Frotscher,

zuerst möchte ich mich noch einmal herzlich für das Hauptstipendium bedanken, welches mir im September 2020 den Besuch der Austrian Master Classes ermöglichte. Meine dort bei Frau Prof. Mirjam Tschopp gesammelten Anregungen halfen mir dabei, kurze Zeit später mein Studium in der Musikhochschule Leipzig selbstbewusst anzutreten.

Auch das Zusatzstipendium kam für mich genau zur richtigen Zeit. Da es ja leider durch die Pandemie und die damit verbundenen Beschränkungen des Kulturbetriebs kaum Möglichkeiten gab, mit Musik etwas dazuzuverdienen, bedeuteten diese monatlichen Überweisungen eine große Erleichterung und etwas mehr finanzielle Sicherheit für mich. Vor allem ermöglichten sie, dass ich trotz des Finanzbedarfs, den ein Umzug in eine neue Stadt und das Wohnen außerhalb des Elternhauses mit sich bringt, nicht an Noten oder Zubehör für meine Geige sparen musste. So musste ich zum Beispiel nicht zweimal darüber nachdenken, ob ich mir jedes Mal, wenn ein neuer Saitensatz aufgezogen werden musste, die goldenen Evah-Pirazzi-Saiten, die einen brillanteren Ton als die normalen haben, trotz des preislichen Unterschieds leisten kann. Außerdem kaufte ich mir endlich einen besseren Dämpfer, der nicht - wie mein alter – immer beim Spielen klappert. Als mein Bogen eine Reparatur benötigte, war ich ebenfalls sehr froh über das finanzielle Polster des Zusatzstipendiums.

Inzwischen habe ich das Gefühl, richtig im Studium angekommen zu sein und kann rückblickend auf meine Anfangszeit feststellen, dass das Stipendium diesen Übergang auf vielfache Weise erleichtert hat. Es war mir eine Ehre, für das Händel-Mozart-Stipendium ausgewählt worden zu sein und ich danke Ihnen, Herr Frotscher, und allen anderen Beteiligten für die großzügige Unterstützung.

Herzliche Grüße

Alexandra Badstübner

NEU: wir haben einen Newsletter-Service!

Keine Angst: der Newsletter wird nicht jeden Tag kommen! Wir planen mit etwa 6 Newslettern im Jahr und werden nur Informationen versenden, die NEU und informativ sind! Sven Frotscher

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Bericht von Lucie Bartholomäi

Die Austrian Masterclasses waren eine wunderbare und unvergessliche Erfahrung, trotz der Corona- Krise und den damit verbundenen Hygienemaßnahmen. Vielen herzlichen Dank an alle Mäzene, Partner und die Jury.

 

Nachdem ich etwas erschöpft von der langen Fahrt, aber dennoch voller Vorfreude in Zell an der Pram ankam, wurde ich freundlich begrüßt, alle waren sehr nett. Ich bekam ein schönes, modernes Zimmer und konnte dort in Ruhe meine Sachen auspacken. Wenig später reiste auch meine Mitbewohnerin an, mit der ich mich auf Anhieb super verstand. Da sie Klavier spielt, kamen wir uns beim Üben praktischerweise nie in die Quere. Sie konnte dafür immer einen extra Raum bzw. den Saal nutzen. Ich hatte das Glück, dass sie schon öfter an den Jugendcamps teilgenommen hatte und sich deshalb bestens im Schloss auskannte und mir alles zeigen konnte. Am Nachmittag wurden wir dann offiziell im wunderschönen Freskensaal willkommen geheißen und sind mit unseren jeweiligen Dozenten in unsere Kursräume gegangen. Nach dem ersten Austausch und Kennenlernen gingen wir mit Vorfreude auf den nächsten Tag ins Bett. 

Mein Unterricht bei David Frühwirth war wirklich interessant, denn er ging die Dinge meist anders an, als ich es gewohnt war. Ich habe in dieser Woche somit viel Neues für mich mitnehmen können. Sehr spannend fand ich es bei anderen Kursen zuzuhören und dadurch zu lernen. Aber nicht nur der musikalische Aspekt hat mir sehr gefallen. Es war fast ausschließlich schönes Wetter und trotz der besonderen Situation durch die Corona-Pandemie und des Mund-Nasenschutz-Tragens in den Fluren, hatten wir alle unheimlich viel Spaß. Eine Freude war es zudem mit Musiker*Innen aus anderen Nationen ins Gespräch zu kommen. Oft haben wir abends noch zusammen Karten gespielt, gequatscht und gelacht (mit Desinfektion, Abstand und Mundschutz 😉). Bei den Mahlzeiten fand sich oft die Gelegenheit, sich über unsere Erlebnisse und Erfahrungen in den Kursen auszutauschen. Nebenbei bemerkt, ist das Essen im Schloss unglaublich lecker und es war für jeden etwas dabei! 

Leider konnte coronabedingt das Abschlusskonzert im Freskensaal nicht stattfinden. Aber auch dafür fand man eine Lösung: Nachdem die Dozenten am Vormittag des letzten Tages kursinterne Vorspiele veranstalteten, in denen jeder seine erarbeiteten Stücke zum Besten bringen konnte, fanden nachmittags dann unterschiedliche Workshopkonzerte in verschiedenen Räumen und Sälen statt. Man konnte überall mal zuhören, das fand ich eine tolle Alternative (auch wenn ich gerne im Freskensaal gespielt hätte). Den letzten Abend verbrachten wir nochmal alle zusammen. Am nächsten Tag hieß es dann leider Abschiednehmen. Mit meiner Mitbewohnerin bin ich übrigens heute noch befreundet und wir schreiben uns regelmäßig.

Vielen Dank nochmal, dass ich an den Austrian Masterclasses teilnehmen durfte. 

 


Erster Bericht über das Zusatzstipendium

Rosa Hagendorf berichtet …

Wie funktioniert das Zusatzstipendium?

Sehr geehrter Herr Frotscher,

Vielen Dank! Ja, das Stipendium war sehr hilfreich.
Es war mir eine sehr große Ehre, durch dieses Stipendium unterstützt zu werden. 
Ich habe das Stipendium vor allem für Geigenzubehör genutzt. Zur Pflege des Instruments gehört, dass man regelmäßig die Saiten wechselt (ca. alle vier bis fünf Monate) und den Bogenbezug (ca. 2 mal im Jahr) erneuern lässt. So erhält man den bestmöglichen Klang des Instruments. Für diese Ausgaben war das Stipendium genau richtig. 
Hilfreich war es auch beim Erwerb neuer Noten. Da ich seit Januar 2020 Stipendiatin bei „Live-Music-Now“ in Weimar bin und dort ganze Konzerte mit Musik für zwei Geigen füllen muss, ermöglichte mir das Stipendium die Anschaffung vieler Violinduo-Noten.
Ich konnte mich in Ruhe in Weimar orientieren und nach weiteren Chancen Ausschau halten, die wieder neue Erfahrungen mit sich bringen. 
Auch die Ausführung war sehr angenehm zu handhaben. Mit dem Antrag kam ich sehr gut zurecht und der Zeitaufwand war gering.
Das Stipendium hat mir einen guten Start in mein Musikstudium ermöglicht. Es hat mir neue Chancen und Erfahrungen eingebracht.
Zusammen mit dem Stipendium für den Kurs in Zell an der Prahm ist es der perfekte Weg angehende Musiker zu unterstützen.
Ich möchte mich noch einmal herzlich für die Unterstützung bedanken.
Mit meinem Studium geht es mir sehr gut. Ich bin jetzt Teil eines Streichquartetts. Vielleicht gibt es auch eine Chance in dieser Formation bei der Vergabe des Stipendiums zu spielen?
Herzliche Grüße,
Rosa 

Erster Bericht von Alexandra

 Zell an der Pram zu Zeiten von Corona

Nach einer sechsstündigen Fahrt erreichte ich am 6.9. nachmittags etwas müde Zell an der Pram. Das Schloss liegt direkt neben einer beeindruckenden Kirche und besitzt einen großen, charmanten Schlosspark. Zu unserer Ankunft wurde kontaktlos Fieber gemessen und während der gesamten Woche galt überall im Schloss Maskenpflicht. Nach der Ankunftszeit fanden sich alle Kursteilnehmer im Foyer zu einem „Meet-and-Greet“ ein, danach gab es eine Kennlernrunde mit den Dozenten. 

Die nächsten Tage liefen recht ähnlich ab; um Acht gab es Frühstück, danach spielte ich mich ein, ging je nach Plan vormittags oder nachmittags zum Unterricht und setzte danach die neuen Anregungen beim Üben um. Nach dem Abendessen gab es die Möglichkeit, interessanten Vorträgen  im Freskensaal zu lauschen. Die Mittagszeit nutzte ich meistens, um bei bestem Wetter die wunderschönen Wanderwege rund um Zell und das Nachbardorf Riedau zu erkunden. 

Da meine Zimmergenossin leider nicht erschienen ist und durch die Coronamaßnahmen kaum gemeinsame Unternehmungen möglich waren, konnte ich nicht wirklich neue Kontakte knüpfen, nutze die Woche allerdings zur Selbstreflektion und konzentrierte mich auf mein Programm. 

Die Arbeit mit Frau Prof. Mirjam Tschopp war sehr inspirierend, sie zeigte mir eine ganz andere Sichtweise auf das Korngold-Violinkonzert. Zudem erhielt ich wertvolle Tipps zum Zusammenspiel mit Orchester von der erfahrenen Solistin. In einer gemeinsamen Fragestunde mit der ganzen Klasse klärten wir Fragen, die uns schon lange beschäftigen, z.B. zum Thema Auftrittsangst und Auswendigspielen. 

Leider konnte aufgrund von Covid-19 kein offizielles Abschlusskonzert stattfinden, doch wir hatten die Möglichkeit, in Klassenvorspielen unsere Ergebnisse der Kurswoche freiwillig zu präsentieren. So beendeten wir die Woche doch noch mit einem entspannten Auftrittstraining.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei Herrn Frotscher und den Mäzenen für die Möglichkeit bedanken, an den Austrian Master Classes teilzunehmen und wünsche allen zukünftigen Händel-Mozart-Stipendiaten viel Erfolg und viel Freude an ihrer Kursteilnahme.

Alexandra Badstübner